Kaffee – „Verführt“

Kaffee – „Verführt“
Linea Futura

Kaum einer von uns kann ihm widerstehen: dem Kaffee.
Er begleitet uns morgens, mittags, nachmittags, abends und manchmal auch bis spät in die Nacht.

Dass Kaffee zu einem der beliebtesten Getränke weltweit avanciert ist, verdankt er wohl seiner belebenden Wirkung und seinem köstlichen Geschmack. Von seiner ursprünglichen Erwähnung im 9. Jahrhundert bis zu seinem heutigen Kult hat seine „Bohne“ jedoch eine lange Reise durch die Geschichte erlebt. Wunderbare Sagen und Legenden begleiten diese. Eine davon berichtet von Hirten aus Kaffa in Abessinien, die sich bei Mönchen beklagten, dass einige ihrer Ziegen bis tief in die Nacht hinein munter waren, während die anderen friedlich schliefen. Die Mönche entdeckten dann bei ihren Nachforschungen an der Grasungsstelle dunkelgrüne Pflanzen mit kirschenartigen Früchten, die die Ziegen anscheinend gefressen hatten. Aus diesen Früchten bereiteten sie sich einen Aufguss und konnten nunmehr ebenfalls nächtelang miteinander reden und beten.

Wie Kaffee allerdings wirklich entdeckt wurde, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Lediglich die Urheimat des Kaffeebaumes ist in der im Hochland Äthopiens gelegenen Provinz Kaffa nachweisbar. Hier wächst er in den Bergregenwäldern heute noch wild in unzähligen Varietäten.

Wie der Kaffee nach Europa kam
Es wird vermutet, dass der Kaffee über Sklavenhändler zuerst einmal nach Arabien gelangte. Hier begann im frühen 11. Jahrhundert auf künstlich bewässerten Küstenhängen am Roten Meer die erste Kultivierung von Kaffeepflanzen und später eine Verbreitung des Anbaus über die ganze arabische Halbinsel. Sie erhielt dadurch eine Monopolstellung, insbesondere wurde die Hafenstadt Moche, auch Mokka genannt, dabei zum Handelszentrum. Über die Osmanen, die während ihrer Herrschaft 1517 Mekka sowie Medina einnahmen und sich somit auch der Anbaugebiete des Kaffees bemächtigten, erreichte er Konstantinopel. Hier gründeten im europäischen Teil die beiden Kaufleute Hakim von Aleppo und Dschems von Damaskus das erste Kaffeehaus. Daher wird Kaffee gern als „Türkentrank“ bezeichnet. Ab 1645 begann sein europäischer Siegeszug über Venedig nach London, Paris, Amsterdam und Wien. Handelsreisende brachten die Kaffeebohnen als Proben oder sackweise in ihr Land und es entwickelte sich langsam ein reger Handel mit Kaffee, da er zu einem begehrten Getränk der gut betuchten Gesellschaftsschicht geworden war.

Einzug in Deutschland
Erstmalig soll wohl in Hamburg im „Eimbeckschen Haus“ 1668 Kaffee ausgeschenkt worden sein. Das erste Kaffeehaus auf deutschem Boden jedoch eröffnete 1673 in Bremen. Weitere wurden danach in Hamburg, Regensburg, Frankfurt und Leipzig errichtet. Und München verdankt dem Hofzuckerbäcker Claudius Surat sein erstes Kaffeehaus um 1699. Erst 1721 bekam Berlin sein erstes Kaffeehaus, obwohl man bereits 1675 Kaffee am Hofe des Großen Kurfürsten kannte.

Von der Tradition bis zum Kult
Das Getränk Kaffee war zu Beginn seiner „Entdeckung“ nur der reicheren Bevölkerung vorbehalten, da das einfache Volk sich dieses neue Getränk nicht leisten konnte. Er wurde erst mit der beginnenden Industriealisierung billiger und somit für alle Schichten zugänglich. Endgültig wurde er Mitte des 19. Jahrhunderts zum Volksgetränk. Nun wurden Kaffeehäuser zu kulturellen Orten, an denen sich viele Menschen trafen, um bei diesem anregenden Getränk auch offen über politische und wirtschaftliche Situationen diskutieren zu können. Bis heute hat sich nichts daran geändert, dass das schwarze Getränk einen Rahmen für unterhaltsame Gespräche schafft. Jedoch ist Kaffee nicht gleich Kaffee, denn die Geschmäcker und die Methoden der Zubereitung sind sehr verschieden.

Die ursprünglichste Art der Kaffeezubereitung ist sicherlich die „äthiopische“, bei der nach dem Rösten der Bohnen in einer großen Eisenpfanne diese grob gemahlen oder im Mörser zerstampft, mit Wasser und Zucker aufgekocht und in kleinen Schalen serviert werden.

Türkischer Kaffee
wird üblicherweise in einem sogenannten „Cezve“ bereitet. Seine Zubereitung erfordert Aufmerksamkeit und Geschick.

Traditionell geht es ebenso bei der Zubereitung des „türkischen Mokkas“ in einem Kupferstielkännchen zu. Dabei wird ein ganz besonders feiner, pudrig gemahlener Kaffee verwendet. Er wird ungefiltert in kleine Tassen oder Gläser abgegossen und pur oder gesüßt in kleinen Schlucken getrunken. Serviert wird er immer mit einem Glas Wasser.

Wiener Melange
Diese Wiener Kaffeespezialität ist ein leicht verlängerter Mokka, der in eine große Schale gelassen, danach mit heißer Milch bis ca. einen Zentimeter unter die Oberkante der Schale aufgefüllt, anschließend mit geschäumter Milch aufgegossen und mit Kakaopulver bestäubt wird.

Eine geradezu vollendete Kaffeekultur entwickelte sich ab 1683 in Wien und so können die Österreicher die meisten unterschiedlichen Kaffeezubereitungen vorweisen. Mindestens 20 verschiedene Arten, einen Kaffee zu trinken, wie den „Schwarzen“, „Braunen“, die „Kaiser Melange“, „Schale Braun oder Gold“, „Obers gespritzt“, den „Fiaker“, „Einspänner“, „Kurzen“ oder „Langen“, machen einen Besuch der Kaffeehäuser in Wien zu jeder Zeit so interessant und liebenswert.

Espresso
Er ist der „Kleinste“, aber „Stärkste“ und kommt aus Italien. Sein Geschmack ist herzhaft-würzig, er ist konzentrierter und cremiger als andere Sorten und er kommt aus der Espresso-Maschine.

Ein Kaffeeklassiker ist der „italienische Espresso“. Unter großem Druck und mit einem kurzen Brühvorgang entsteht ein starker, aromatischer Kaffee mit leichtem Schaum auf der Oberfläche. Espresso wird aus einer kleinen Tasse pur oder gesüßt getrunken. Auch der Cappuccino und der Latte macchiato stammen aus Italien. Die Franzosen verführen mit ihrem traditionellen Frühstücksgetränk „Café au lait“, einem Milchkaffee, der halb aus Kaffee und halb aus heißer Milch besteht und in einer Tasse, meist ohne Henkel, so groß wie eine Suppenterrine, serviert wird. In England wird heute nur noch gelegentlich Kaffee getrunken, obwohl die Engländer zu Beginn des 18. Jahrhunderts die eifrigsten Kaffeetrinker der Welt waren. Er ist bei ihnen extrem hell, schmeckt aber bitter und scharf, denn sie lassen ihn sehr lange ziehen. Und bei uns ist Kaffee das am meisten konsumierte Getränk, noch vor Wasser und Bier.

FAZIT: Bis heute hat der Kaffee viele seiner Geheimnisse noch nicht preisgegeben, jedoch sind seine positiven Wirkungen auf Geist und Körper unbestritten.

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Posted by LINEA FUTURA

2 Comments

  • Hallo hier bin ich gleich noch einmal.
    Macht echt Spass in auch schon etwas älteren Artikeln von Euch zu „stöbern“.
    Tom

  • Bin gerade eben das erste mal vorbei gekommen. Gefaellt mir bis jetzt sehr.

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