Bernadette C. Barnett, München – „Gute Antworten werden Sie von mir nicht bekommen. Dafür jede Menge guter Fragen“

Bernadette C. Barnett, München – „Gute Antworten werden Sie von mir nicht bekommen. Dafür jede Menge guter Fragen“
© Bernadette C. Barnett

Coaching ist in. Coaching ist schick. Coaching ist in aller Munde.

Sie holen sich schon seit längerem in schwierigen Situationen effiziente Hilfe bei einem „Coach“, die Führungskräfte. Aber Coaching ist mittlerweile nicht mehr nur im Geschäftsleben eine nicht mehr wegzudenkende Unterstützung und Förderung, sondern kommt immer häufiger auch in vielerlei anderen Bereichen zum Tragen. Ist Coaching mittlerweile ein positiv besetzter Modebegriff? Oder was steckt wirklich dahinter, wenn Rat bei einem „Coach“ geholt wird?

 

Berni (95) webLINEA FUTURA sprach mit Bernadette C. Barnett – die nach ihrer BDVT-zertifizierten Ausbildung als gepr. Management-Trainer & Business Coach verschiedene erfolgreiche Workshops entwickelt hat – über einen Markt der floriert, in dem es aber bis heute weder einen staatlich anerkannten Ausbildungsgang noch eine einheitliche Zertifizierung gibt.

 

„Gute Antworten werden Sie von mir nicht bekommen. Dafür jede Menge guter Fragen.“ ist Ihre Arbeitsphilosophie. Aber eigentlich erhoffen wir uns doch eher Antworten von einem Coach?

Das Faszinierende am systemischen Coaching ist die Tatsache, dass der qualifizierte und professionelle Coach durch ziel-, lösungs- und ressourcenorientierte Fragetechniken, Interventionen und Methoden, den Coachee (Klienten) dabei unterstützt, die Lösung für sein Anliegen in sich selbst zu finden. Ähnlich wie ein Gärtner, der den Garten betreten darf, um ihn von Unkraut oder störenden Disteln zu befreien, damit die bereits sprießenden Keimlinge ein Umfeld haben, wo sie sich in voller Blüte entfalten können. Eine nachhaltige Wirkung kann durch Coaching nur erzielt werden, wenn der Coachee erkennt, dass er für sich selbst der beste Ratgeber ist.

Angesichts immer dynamischerer Veränderungen im Wirtschaftsleben sind Sie und ihre Kollegen gerade in diesem Bereich gefragter denn je. Wie kommt das?  

Ob junge High Potentials auf der Suche nach neuen Herausforderungen oder erfahrene Führungskräfte mit Burnout-Risiko: Mehr und mehr Menschen sind im Geschäftsleben heute dringend darauf angewiesen, unter fachlicher Begleitung ihren gegenwärtigen Standort zu klären, ihre Ziele zu definieren und die notwendigen Schritte dorthin festzulegen.

Zusehends setzt sich auch in den Führungsetagen die Erkenntnis durch, dass Coaching ein besonders exzellentes Tool ist, um diese und weitere Aufgaben zu meistern – nicht zuletzt dank der damit verbundenen tief greifenden Förderung der Selbst- und Führungskompetenz des Klienten.

Welche Vorteile bringen Coaching-Maßnahmen dem Unternehmer oder Unternehmen?

Arbeitseffizienz, Mitarbeitermotivation, Kompetenzstärkung sowie Zielfindung- und Zielerreichung sind wesentliche Säulen, die durch einen gelungenen Coaching-Prozess in einem Unternehmen gesetzt werden können.

Der gelungene Transfer einer Coaching-Maßnahme in der Praxis wird auch sichtbar, wenn private Umbrüche oder Situationen eine direkte Auswirkung auf die berufliche Performance des Mitarbeiters haben. Die Coaching-Praxis zeigt, dass oftmals  die Lösung von privaten Anliegen eines Mitarbeiters wie die Durchschlagung des gordischen Knotens wirkt und Veränderungsprozesse in Gang gesetzt werden, die kaum durch eine andere Maßnahme erreicht worden wären.

In Zahlen, Daten und Fakten ist die Wirkung von Coaching nicht nur in der Burnout-Prävention durch die Verringerung des Krankenstands im Unternehmen messbar. Die Coachingbranche macht auf dem Deutschen Markt über 250 Millionen Euro Umsatz. Und kaum ein Unternehmen kann inzwischen auf diese Personalentwicklungsmaßnahme verzichten.

Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff Coaching?

In Führungs-, Beratungs- und Alltagssituationen liefert professionelles Coaching zeitnahe und effiziente Lösungen. Nicht erfolgreich bewertete Handlungsmuster und Strukturen des Klienten können überprüft und optimiert werden. Entscheidungs- und Zielfindung in beruflichen sowie privaten Situationen wird mithilfe des Coachs zu einer Herausforderung, die der Coachee durch entsprechende Coachinginstrumente selbst bewältigen kann.

Wie können wir uns das vorstellen?

Stellen Sie sich einen Menschen in einem dichten, dunklen Tannenwald vor. Er sucht nach dem richtigen Weg aus diesem Dickicht. Vorsichtig tastend versucht er zunächst den Weg nach Süden, dann  Richtung Norden. Resigniert überlässt er sich zunächst der Situation. Übertragen auf einen Mitarbeiter zeigen sich hier erste Anzeichen von nachlassender Arbeitseffizienz, sinkender Motivation oder ansteigenden Überforderungssymptomen, die sich in Richtung Burnout bewegen können. Über dem Wald kreist ein Adler. Der Adler schmunzelt, denn durch seine Sichtweise aus luftiger Höhe kann er leicht erkennen, dass die nächste Lichtung im Westen liegt – also ganz nah.

Eine gute Coachingsitzung verhilft dem Coachee zu der dissoziierten Sichtweise des Adlers. Ist der Coachee erst mal „raus aus dem Problem“ sieht es oftmals schon ganz anders aus. So erkennt der Mensch als ein in sich funktionierendes System, geprägt von seinen Erfahrungen und Genen, sein Anliegen aus einer anderen Perspektive zu betrachten und den für sich stimmigen Weg schnell und zielgerichtet zu finden. Vorhandene Ressourcen werden zu Kompetenzen.

Welcher Coaching-Bedarf besteht in Unternehmen überwiegend?

Gerade in den Bereichen Mitarbeitermotivation und Führungskompetenz weisen zahlreiche Unternehmen große Defizite auf. Qualität und Know-how eines Mitarbeiters lassen sich nicht ausschließlich über monetäre Zuwendungen an das Unternehmen binden.

Wie können wir uns eine klassische Coachingsitzung vorstellen?

Die „klassische Coachingsitzung“ dauert in der Regel 4 Stunden. Je nach Anliegen buchen die meisten Klienten diese Sitzungen entweder in regelmäßigen Zeitabständen, bis das vorher geklärte Ziel erreicht ist oder einigen sich mit dem Coach auf eine gewisse Anzahl von Coachingsessions. Aber auch 90-minütige Sitzungen können schon nach 3 bis 5 Treffen nachhaltige Ergebnisse erzielen.

In Kurzform sieht der klassische Ablauf einer Coachingsitzung so aus: Beginn und Problemdefinition, Klärung des Anliegens, Festlegen des Zieles und Zeitrahmens (kurz-mittel-langfristige Zielsetzung), Lösungserarbeitung mit verschiedenen Methoden, Skalierung zur Erfolgsüberprüfung, Maßnahmenbildung, Zusammenfassung / Abschluss.

Und wie das Konfliktcoaching?

Als eine Alternative zur Mediation wird Coaching immer häufiger auch in Konfliktgesprächen angewandt. Beim Konfliktcoaching stehen dann die Probleme zwischen den Menschen im Vordergrund und nicht – wie beim klassischen Coaching – die Probleme, die wir mit einer Situation haben.

Berni (78) webDer Markt ist überhäuft von Coaching-Angeboten und Coaches. Dabei stellt sich doch vordergründig die Frage nach Seriosität und Vertrauen. Wie sehen Sie das?

Da der Berufsstand des Coachs noch nicht geschützt ist, muss bei der Wahl unbedingt auf die entsprechende Qualitätssicherung geachtet werden. Trotz unterschiedlicher Beratungskonzepte und  Coachingdefinition gibt es einen regelmäßigen Austausch der 18 Coaching-Verbände in Deutschland. Dieser dient vor allem der Qualitätssicherung. Daher ist es wichtig für das Unternehmen, Konzept und Arbeitsweise des Coachs daraufhin zu prüfen, ob dieser zu der eigenen Unternehmenskultur und -philosophie passt. Gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung sind dabei eine Grundvoraussetzung für die gelungene und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Wie findet mein Unternehmen oder ich selbst den Einstieg zum richtigen Coach?

Bei einem Erstgespräch, in dem gemeinsam die Klärung des Anliegens, die Zielkonkretisierung, Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Methoden sowie Honorar und Vertragsbausteine analysiert  bzw. besprochen werden. Eine Auswahl von Ausbildungsinstituten finden sich bei der BDVT Akademie, die sich am Ehrenkodex der Weiterbildung orientieren und eine qualitativ hochwertige, zertifizierte Arbeitsweise garantieren.

Nun haben wir ja heute Ihre Arbeitsphilosophie einmal umgedreht und jede Menge gute Antworten auf hoffentlich gute Fragen bekommen. Jetzt interessiert uns aber noch unbedingt, wie das Coaching für Privatleute funktioniert und wann hier Bedarf besteht oder sogar notwendig ist?

Privatcoaching mit einer 90-minütigen Sitzung sollte in unserer Gesellschaft viel populärer und akzeptierter werden. Bevor ich mich in einem Problem verliere, kann ich mir in einer Coachingsitzung Denkimpulse geben lassen: wie meine eigene Stärke erkennen, eingefahrene Handlungsmuster überprüfen und gegebenenfalls dann durch die Intervention des Coaches stimmige Korrekturen selbst vornehmen. Dabei können die privaten Anliegen völlig unspektakulär sein. Egal, ob ich mich mit der Entscheidung zwischen zwei Jobs schwer tue, oder mich in einer momentanen Lebensphase von zu vielen Baustellen überfordert fühle, wenn ich merke, ich komme mit meinen Problemen nicht mehr alleine klar – die einfachste und schnellste Hilfestellung wäre dann, einen Termin mit einem oder seinem Coach zu vereinbaren.

Wenn wir eine Plattform in unserem Online-Magazin erstellen würden, um unsere interessierten Leser „Coaching“ mal ansatzweise testen zu lassen, würden Sie dazu bereit stehen? Und wie würde das funktionieren, wo sie doch die Fragen stellen?

Dazu wäre ich gerne bereit und könnte es mir so vorstellen, dass der interessierte Coachee in kurzen Worten sein Anliegen schildert und ich ihn dann durch diverse Methoden dabei unterstütze, die Lösung in sich selbst zu finden. Informieren Sie mich einfach, wenn es los geht …

Bernadette4 webSteckbrief:
BUSINESS TRAINING & COACHING
Bernadette C. Barnett
Morenastraße 5a
81243 München
Telefon: 089 896 206 75
Mobil: 0160 44 92 862
bb(at)bernadette.barnett.de 

www.bernadettebarnett.de

 

Weitere Informationen:
http://www.bdvt-akademie.de/ausbildung/gepruefter-business-coach-bdvt

Menschen entwickeln, Zukunft gestalten image002

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Posted by LINEA FUTURA

2 Comments

  • Sehr geehrte Frau Helmbrechts,
    Wenn Kollegen zu Vorgesetzten werden, birgt diese neue Situation häufig ein enormes Spannungspotential!
    Im Gegensatz zu einem „neu eingestellten“ Vorgesetzten ist der „ehemalige Kollege“ nun in einer Rolle, die für alle Mitarbeiter eine Umstellung bedeutet.
    Auch für Ihren früheren Kollegen ist die neue Position eine Herausforderung. Jetzt gehört es u.a. zu seinen Aufgaben, seine damaligen Kollegen zu führen und zu deligieren.
    Sie beschreiben, dass die fachliche Qualifikation des neuen Vorgesetzten von allen Mitarbeitern anerkannt wird und dass dennoch immer wieder Probleme im zwischenmenschlichen Bereich auftauchen.
    Auf der Sachebene sind Konflikte meist leicht zu lösen. Die wirklichen Schwierigkeiten liegen – wie in mehr als 80% aller Konflikte – auf der Beziehungsebene.
    Es ist hilfreich, sich darüber im Klaren zu sein, dass in jeder Gruppe diese verschiedenen Ebenen vorhanden sind. Wenn eigentlich ein Sachthema (z.B. die Arbeitsaufgabe) besprochen werden soll, aber jemand in einem Konflikt mit einer anderen Person steht, beeinflusst dies den Arbeitsprozess. Die beiden Personen können in der Regel nicht sachlich miteinander reden. Darunter leidet nicht nur die Arbeitsatmosphäre sondern auch die Produktivität der einzelnen Mitarbeiter.
    Lösungsansätze lassen sich in der Beantwortung folgender Fragen finden:
    Welche Art von Unstimmigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich stellen für mich oder das gesamten Team die größten Herausforderungen dar?
    Was kann ich selbst zur Lösung der immer wieder auftauchenden Probleme beitragen?
    Hat unser Team dem „neuen“ Vorgesetzten die objektive Chance gegeben, sich in seiner Rolle zu finden?
    Welche Erwartungen habe ich an meinen neuen Vorgesetzten?
    Wie kann ich diese Erwartungen klar und deutlich kommunizieren?
    Zeigt das Team dem Vorgesetzten gegenüber eine positive Grundhaltung und Wertschätzung?
    Gibt es Neider, die den Rest des Teams manipulieren?
    Welche neuen Chancen bringt diese Umstrukturierung unserer Abteilung / Firma?

    Vielleicht nehmen Sie sich mit Ihren Kollegen die Zeit, die einzelnen Fragen näher zu betrachten und berichten mir, wie es Ihnen dabei ergangen ist.

    Denn: das wichtigste Werkzeug zur Konfliktbeilegung ist die Kommunikation!

    In diesem Sinne viel Erfolg!
    Ihre
    Bernadette C. Barnett

  • Sehr geehrte Frau Barnett,
    bei uns in der Firma gibt es immer wieder Spannungen wenn Kollegen zu Vorgesetzte werden. Fachlich sehr qualifiziert aber zwischenmenschlich gibt es da immer wieder Probleme. Es handelt sich hier um einen gewerblichen Bereich.
    Gibt es hier Lösungsansätze?

    Mit freundlichen Grüßen
    Ivon Helmbrechts

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